Klarinette
 
Die Klarinette ist in der Reihe der Orchesterinstrumente ein relativ junges Instrument; sie erfreut sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Mit dem Klarinettenunterricht kann nach neueren musikpädagogischen Erfahrungen bereits mit dem neunten Lebensjahr begonnen werden. Bei der Aufnahme des Unterrichts muß die Konstitution des Schülers/der Schülerin so kräftig sein, daß sie den nicht unerheblichen körperlichen Belastungen gewachsen ist. Im Anfangsunterricht wird großer Wert auf eine richtige unverkrampfte Haltung gelegt. Ebenso wesentlich ist die richtige Atmung. An Hand einfacher Beispiele wird das Atmen mit dem Zwerchfell bewußt gemacht. Durch eigenes Taktieren, Klatschen des Rhythmus der gelernten Melodien soll das rhythmische Gefühl entwickelt werden. Es gehört zu den Aufgaben des Lehrers, durch phantasievolle und lebendige Hörerziehung den Schüler/die Schülerin eigene Klangvorstellungen entwickeln zu lassen, die dann beim Üben als Leitbilder dienen werden. In gleicher Weise sollten dem Schüler/der Schülerin von Beginn des ersten Musizierstadiums an Einsichten in die formale und stilistische Beschaffenheit eines Werkes vermittelt sowie Anregungen zu selbstschöpferischen Fähigkeiten, z.B. im Sinne des Improvisierens, gegeben werden. Die Auswahl des Lehrstoffes verdient stets besondere Sorgfalt. Musizierstücke und Etüden sind nicht nur danach zu beurteilen, inwieweit sie im grifftechnischen Bereich eine Überforderung des Schülers ausschließen. Vielmehr sollte zugleich festgestellt werden, ob sie auch in ihrem tonlichen Anspruch, in ihrer rhythmischen Struktur und ihrem musikalisch-inhaltlichen Charakter dem Leistungsstand und Verständnis des Schülers/der Schülerin gerecht werden und in jeder Hinsicht zur Förderung geeignet sind

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